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Ein Impuls von Chris

Warum positive Affirmationen manchmal nicht passen

Eine positive Affirmation kann sich unpassend anfühlen, wenn sie zu weit von dem entfernt ist, was du gerade glaubst oder erlebst. Dann lohnt es sich, den Satz zu prüfen, statt ihn nur häufiger zu wiederholen. Vielleicht passen konkretere Worte besser: nicht „Ich schaffe alles“, sondern „Ich kann mit diesem einen Schritt anfangen“.

Das bedeutet nicht, dass Affirmationen grundsätzlich schlecht sind. Ein Satz kann ermutigen und erinnern. Die Frage ist: Wie begegnest du dir damit – und was bedeutet er in deiner Situation?

Wenn auf einen schönen Satz sofort ein „Aber“ folgt

Stell dir vor, du wiederholst vor einem Gespräch: „Ich bin immer souverän.“ Gleichzeitig erinnerst du dich an die letzte Situation, in der du den Faden verloren hast. Der Satz kann sich dann eher wie eine Anforderung anfühlen als wie Unterstützung.

Eine nähere Formulierung wäre: „Ich darf mir einen Moment für meine Antwort nehmen.“ Sie sagt nicht voraus, wie das Gespräch ausgeht. Sie beschreibt eine Möglichkeit, die du ausprobieren kannst.

Was sagt die Forschung dazu?

Wood, Perunovic und Lee untersuchten 2009 positive Selbstsätze. In zwei Experimenten fühlten sich Teilnehmende mit niedrigem Selbstwert nach dem Wiederholen eines bestimmten positiven Satzes schlechter als in den jeweiligen Vergleichsbedingungen. Daraus folgt nicht, dass jede Affirmation schadet. Die Ergebnisse zeigen vielmehr, dass dieselben Worte nicht für alle Menschen gleich hilfreich sind. Zur Originalstudie: Positive self-statements: power for some, peril for others.

Diese Untersuchung ist kein Wirksamkeitsnachweis für mein Programm oder für liebevolle Gedanken. Sie ist ein Anlass, mit pauschalen Versprechen über positive Sätze vorsichtig zu sein.

Affirmation, liebevoller Gedanke oder Umkehrung?

  • Eine positive Affirmation ist hier ein bewusst wiederholter positiver Satz, zum Beispiel zur Ermutigung. Dieser alltägliche Gebrauch ist nicht automatisch dasselbe wie jede wissenschaftlich untersuchte Form von „Self-Affirmation“.
  • Ein liebevoller Gedanke meint in meiner Praxis Worte, die dir freundlich und ehrlich begegnen. Sie dürfen auch eine Schwierigkeit benennen oder eine Grenze ausdrücken.
  • Eine Umkehrung bei The Work gehört zu einer Untersuchung. Du prüfst nach den vier Fragen weitere Perspektiven und suchst konkrete Beispiele. Du sollst nicht einfach das Gegenteil deines ursprünglichen Gedankens glauben.

Den Ablauf beschreibt die offizielle Einführung in The Work von Byron Katie. Eine Umkehrung soll weder verletzendes Verhalten rechtfertigen noch dir die Schuld für das Verhalten eines anderen Menschen geben.

Eine Übung: näher an deine eigene Erfahrung kommen

  1. Wähle einen Satz, der nicht passt. Zum Beispiel: „Ich bin immer voller Selbstvertrauen.“
  2. Beschreibe die konkrete Situation. „Morgen spreche ich vor einer Gruppe und bin aufgeregt.“
  3. Suche eine freundliche Möglichkeit. „Ich kann meine ersten Sätze vorbereiten und zwischendurch auf meine Notizen schauen.“
  4. Lies deine Worte noch einmal. Was daran stimmt für dich? Verändere den Satz, bis du ihn in deiner eigenen Sprache wiedererkennst.

Was, wenn auch der neue Satz nichts verändert?

Ein Satz löst nicht jede Schwierigkeit. Vielleicht brauchst du ein Gespräch, praktische Unterstützung oder einen anderen Zugang. Dass sich nicht sofort etwas verändert, ist kein Maßstab für deinen Wert und kein Grund, noch strenger mit dir zu werden.

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In meinen sieben kostenlosen Tagen findest du deinen eigenen liebevollen Gedanken. Impulse per E-Mail führen dich zu den Übungen auf der Website. Du probierst aus, welche Worte zu dir passen und wie du mit ihnen durch deinen Alltag gehen möchtest.

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Zum Weiterlesen: Liebevolle Gedanken: Bedeutung und Beispiele und fünf kleine Schritte für einen freundlicheren Umgang mit dir.