Ein Impuls von Chris
Tell people you love them – sag es den Menschen, die du liebst
Eine schmale Gasse. Pflanzen vor einer blauen Tür. Und auf einem Schild steht ein Satz, der keinen langen Anlauf braucht:
Tell people you love them.
Sag den Menschen, dass du sie liebst.

Vielleicht fällt dir beim Lesen schon jemand ein. Ein Mensch, der dir viel bedeutet. Jemand, dessen Stimme du gern hörst. Mit dem du lachen kannst. Oder bei dem du einfach sein darfst.
Und vielleicht denkt ein Teil von dir: Das weiß dieser Mensch doch.
Auch Vertrautes darf ausgesprochen werden
Wir sagen, wann wir kommen. Was noch eingekauft werden muss. Dass der Zug Verspätung hat. Für all das finden wir Worte. Dass wir jemanden gernhaben, bleibt manchmal zwischen diesen Nachrichten liegen.
Dabei muss es keine große Liebeserklärung sein. Vielleicht stimmt für dich heute einer dieser Sätze:
- Ich bin froh, dass es dich gibt.
- Ich habe heute an dich gedacht und musste lächeln.
- Dein Zuhören hat mir gutgetan.
- Ich verbringe gern Zeit mit dir.
Ein eigener, einfacher Satz kann näher sein als die schönsten geliehenen Worte. Was genau schätzt du an diesem Menschen? Eine kleine Erinnerung macht deine Zuneigung greifbar.
Liebe darf eine Einladung bleiben
Vielleicht macht dich das Aussprechen verletzlich. Vielleicht hoffst du auf ein „Ich dich auch“. Diese Hoffnung darf da sein. Gleichzeitig kann der andere Mensch seine eigenen Worte, sein eigenes Tempo und seine eigenen Grenzen haben.
Du kannst etwas Liebevolles sagen, ohne damit eine Antwort einzufordern. Und du musst keinen Kontakt aufnehmen, der dir nicht guttut oder den der andere Mensch nicht möchte. Manchmal bleibt ein liebevoller Satz zunächst in einem Brief, den du für dich schreibst.

Und wenn die Worte noch fehlen?
Dann darf Zuneigung auch in einer Handlung sichtbar werden: das Handy zur Seite legen, wirklich zuhören, nachfragen, wie ein wichtiger Termin war. Oder einfach eine Weile gemeinsam schweigen.
Das Schild ist für mich eine Einladung, Liebe im Alltag weniger selbstverständlich zu nehmen. Das, was mir an einem Menschen lieb ist, darf einen Ausdruck finden. Auf eine Weise, die zu uns passt.
Eine kleine Einladung für heute
Nimm dir einen Augenblick und denk an einen Menschen, dem du gern etwas Freundliches sagen möchtest. Ergänze für dich:
Ich bin froh, dass du in meinem Leben bist, weil …
Lies deinen Satz noch einmal. Ist er ehrlich? Klingt er nach dir? Vielleicht möchtest du ihn aussprechen oder aufschreiben. Vielleicht möchtest du ihn heute erst einmal bei dir behalten.
Und wenn du magst, schließe dich selbst in diese Freundlichkeit ein. Nicht als Aufgabe. Als einen Menschen, der ebenfalls liebevolle Worte hören darf.
Mehr dazu: Liebevolle Gedanken – Beispiele und eine kleine Übung.
