Ein Impuls von Chris
Selbstliebe lernen: Wie fange ich an?
Selbstliebe zu üben bedeutet hier, dich im Alltag mit Respekt zu behandeln: deine Bedürfnisse wahrzunehmen, ehrlich mit dir zu sprechen und entsprechend zu handeln. Ein Anfang kann klein sein. Eine Pause ernst nehmen. Einen Fehler korrigieren, ohne dich abzuwerten. Oder eine Bitte ablehnen, für die dir gerade die Kraft fehlt.
„Ich liebe mich“ kann ein großer Satz sein. Vielleicht fühlst du ihn, vielleicht nicht. Für diesen Einstieg kannst du konkreter werden: Wie möchtest du heute mit dir umgehen? Darin liegt die Idee, Liebe zu trainieren – durch wiederkehrende kleine Momente statt durch ein bestimmtes Gefühl, das du erreichen sollst.
Was ist mit Selbstliebe gemeint?
Auf dieser Seite geht es um eine praktische Haltung dir selbst gegenüber, nicht um eine festgelegte psychologische Messgröße. Du nimmst dich ernst, ohne dich über andere zu stellen. Das schließt Verantwortung ein: Du kannst dich entschuldigen, etwas lernen und zugleich respektvoll mit dir bleiben.
Selbstmitgefühl richtet den Blick besonders auf schwierige Momente. Kristin Neff beschreibt dafür Freundlichkeit mit sich selbst, das Wissen um gemeinsame menschliche Schwierigkeiten und achtsames Wahrnehmen. Ihre Erklärung zu Selbstmitgefühl vertieft diese Unterscheidung. Zum 90-Tage-Programm „Die Kraft der liebevollen Gedanken“ liegt eine erste wissenschaftliche Ergebniszusammenfassung zum Selbstmitgefühl vor.
Erste Ergebnisse einer wissenschaftlichen Evaluation
Laut der vorliegenden Ergebniszusammenfassung von PD Dr. Dr. Ann Krispenz erhöhte sich das Selbstmitgefühl bei Teilnehmenden des 90-Tage-Programms „Die Kraft der liebevollen Gedanken“ über fünf Befragungszeitpunkte hinweg statistisch signifikant im Vergleich zu einer Kontrollgruppe ohne Programm. Beim Mitgefühl gegenüber anderen zeigte sich keine entsprechende Veränderung.
Ein vollständiger Studienbericht liegt derzeit noch nicht vor.
Grundlage ist die Chris Spieler übermittelte Ergebniszusammenfassung von PD Dr. Dr. Ann Krispenz, Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Bern. Ohne den vollständigen Bericht lassen sich die Methodik, die Größe des Effekts und die Grenzen der Untersuchung noch nicht umfassend beurteilen.
Der Befund bezieht sich auf das untersuchte 90-Tage-Programm. Er ist nicht automatisch auf die sieben kostenlosen Tage, einzelne Übungen dieser Website oder die neue App übertragbar. Untersucht wurde Selbstmitgefühl, nicht Selbstliebe als eigenständiges Merkmal.
Ein Beispiel: freundlich sein und eine Grenze setzen
Jemand bittet dich um eine weitere Aufgabe. Du bist bereits verplant und hörst innerlich: „Wenn ich Nein sage, bin ich egoistisch.“ Eine freundliche Antwort könnte lauten: „Meine Zeit ist heute vergeben. Ich kann das klar sagen.“ Daraus kann ein respektvolles Nein entstehen, ohne die Bitte der anderen Person abzuwerten.
Vielleicht ist deine Situation anders. Entscheidend ist nicht, diesen Satz zu übernehmen, sondern Worte zu finden, die zu deinem tatsächlichen Spielraum passen.
Selbstliebe üben: dein eigener Gedanke in vier Schritten
- Wähle einen Moment von heute. Etwas Kleines: eine Pause, ein Gespräch, ein Vergleich mit jemand anderem.
- Frage: Was sagt mein Herz gerade? Welche Worte sind freundlich und zugleich ehrlich? Schreibe sie in deiner Sprache auf.
- Verbinde den Gedanken mit einer Handlung. Zu „Ich darf meine Müdigkeit ernst nehmen“ könnte gehören, eine Aufgabe zu verschieben. Was passt bei dir?
- Schau später noch einmal hin. Wann hat der Gedanke gepasst? Wo brauchte es andere Worte oder praktische Unterstützung?
Ein möglicher Anfang ist: „Ich kann mir für diese Entscheidung Zeit nehmen.“ Ein anderer: „Ich möchte mich entschuldigen, ohne mich fertigzumachen.“ Mehr Beispiele findest du im Beitrag Was sind liebevolle Gedanken?
Was, wenn ich keinen liebevollen Satz finde?
Beginne bei einer einfachen Frage: Was brauche ich für die nächste Viertelstunde? Vielleicht Wasser, Abstand von einer Aufgabe oder eine Rückfrage. Eine konkrete Handlung kann ein sinnvoller Anfang sein, auch ohne berührende Worte. Falls positive Sätze sich fremd anfühlen, lies: Warum Affirmationen manchmal nicht passen.
Wie lange dauert es, Selbstliebe zu lernen?
Dafür gibt es in diesem Angebot keine feste Frist und kein Abschlussversprechen. Sieben Tage sind ein Zeitraum zum Kennenlernen, kein Versprechen, dass danach alle Selbstzweifel verschwinden. Du kannst beobachten, ob dir die Praxis entspricht und welche Form der Wiederholung in deinen Alltag passt.
Wie bleibe ich dabei, ohne daraus eine neue Pflicht zu machen?
Verbinde die Übung mit einem vorhandenen Moment, etwa deiner ersten Tasse am Morgen. Ein Gedanke und eine Handlung reichen als Einstieg. Wenn ein Tag anders läuft, kannst du beim nächsten passenden Moment wieder beginnen. Für Schwierigkeiten und Fehler gibt es die ausführlichere Übung zum Selbstmitgefühl; für harte innere Urteile den Beitrag zum inneren Kritiker.
Sieben Tage zum Ausprobieren
Du erhältst kostenlose Impulse per E-Mail und Links zu deinen Übungen auf der Website. Dort findest du Raum für deinen eigenen liebevollen Gedanken. Das bestehende E-Mail-Angebot kannst du ohne App kennenlernen.
